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Im März 1984 erreichte mich ein Anruf meiner Freundin Gitti Sumpf aus Aßling. Sie erzählte mir von einer Zeitungsanzeige, in der eine Frau Stünckel aus Grafing Interessenten suchte, um eine Gruppe gegen Tierversuche zu gründen. Wir gingen zu dem Treffen und waren erstaunt, etwa 40 Personen dort anzutreffen. Von all den interessierten Menschen, blieb jedoch nur ein Häufchen übrig, das waren Gitti Sumpf, Helga Claren, Ellen Hammermeier, Regina Stückel und ich, alle aus dem Landkreis Ebersberg. Zunächst glaubten wir ohne Verein auszukommen, doch wir merkten bald, dass wir auch Geld benötigten. Es wurden uns viele Tiere in Not gemeldet und unsere Hilfe war mit Kosten verbunden. Also bezahlten wir die Tierarztkosten aus eigener Tasche, denn ohne Verein gibt es auch keine Spendengelder. Im Frühjahr 1984 verschwanden in unserem Landkreis überall Hunde und Katzen. Auch ich musste diese schmerzliche Erfahrung machen. Durch mein Engagement bekam ich immer mehr Informationen über den organisierten Haustierdiebstahl. Bei meiner Suche nach fundierten Erfahrungen zu diesem Thema traf ich Dr. Horst Stricker aus Ostermünchen. Wie ich erfuhr, hatte auch er die leidvolle Erfahrung gemacht, was es heisst, plötzlich ein Haustier zu verlieren. Fast zeitgleich zu unserer Ebersberger Tierschutzarbeit gründete Dr. Stricker mit ebenfalls Betroffenen die Interessengemeinschaft Mensch u. Tier. Als ich ihn im Sommer 1984 besuchte, zog er aus der Schublade die Unterlagen des frisch gegründeten Vereins, komplett genehmigt, aber ohne Funktion. Ich lernte außer dem Ehepaar Stricker noch das Ehepaar Wintersteiger kennen. Die anderen Gründungsmitglieder habe ich nie gesehen. Der 1. Vorsitzende des Vereins war Herr Dr. Stricker, seine Frau Erika übernahm die Geschäftsführung. Ein großer Dank geht an Frau Melanie Wintersteiger. Sie hat fast zwei Jahrzehnte mit viel Zeit, Kraft und Liebe speziell Katzen in Not geholfen. Meine Freundin Gitti Stumpf war ebenfalls Mitglied der ersten Vorstandschaft, sie übernahm die Vermittlung der Hunde. Ich war die vierte im Bunde und bald stellvertretende Vorsitzende. Mein Arbeitsschwerpunkt waren die Katzen, Öffentlichkeits- und politische Tierschutzarbeit. Alle vier Vorstandsmitglieder waren finanziell in der Lage, viele Leistungen aus eigener Tasche zu bezahlen. So hatten Frau Wintersteiger und ich in unserem Zuhause über Jahre hunderte Katzen bis zu ihrer Vermittlung stationiert und niemals eine Futterdose mit dem Verein abgerechnet. Frau Sumpf hat zehn Jahre lang mit unglaublichem Einsatz für ausgesetzte und verwaiste Hunde gekämpft. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie sich von der aktiven Tierschutzarbeit zurückziehen. Nach dem Ausscheiden von Frau Sumpf hatte viele Jahre Frau Kriechbaum die Hundevermittlung übernommen. Aus privaten Gründen musste auch sie die Tierschutzarbeit beenden. Eine ganz besonders treue Seele, ist Frau Ingeborg Brandt aus Bad Aibling. Sie machte von Anfang an mit mir die Info-Stände und seit einigen Jahren fast alleine die Hundevermittlung. Wunderbare Menschen hatten mir und dem Verein mittlerweile ihr Vertrauen geschenkt, so dass wir uns durch Erbschaften und Vermächtnisse finanziell gestärkt das Abenteuer Tierheimbau wagen konnten. Wir werden den Verstorbenen immer ein ehrendes Andenken bewahren. Im Mai 1999 war das Haupthaus fertig, das alsbald 80 Katzen beherbergte. Im Oktober 2000 bezogen wir das Katzenhaus. Das Haupthaus wurde somit frei von Katzen und konnte seinem ursprünglich geplanten Zweck zugeführt werden. In ihm befindet sich das Büro, ein großer Mehrzweckraum für verschiedene Veranstaltungen (vor allem für den Tierschutzunterricht) und die Tierpflegerwohnung. Noch wartet ein großes Grundstück darauf, dass einmal dort das Hundehaus gebaut wird. Wir hoffen sehr, dass wir mit der Hilfe tierlieber Menschen, diesen grossen Wunsch bald erfüllen können. Ein Hundehaus bräuchten wir dringend. In all den Jahren haben bezahlte und ehrenamtliche Mitglieder gewechselt. Alle treuen Begleiter, deren Namen ich nicht alle aufführen kann, haben zum Erfolg unseres Vereins beigetragen. Ich möchte ihnen im Namen der vielen Tiere, denen wir im Laufe der vieln Jahren helfen konnten, herzlich danken, ebenso all den treuen Mitgliedern und Freunden des Vereins, die durch Ihre Spenden, unsere Arbeit erst ermöglicht haben. (von Hildegard Wimmer) |
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